Handball ist eine der schnellsten Hallensportarten überhaupt: gespielt wird auf 40 mal 20 Metern, mit direktem Körperkontakt, hohen Wurfgeschwindigkeiten und Spielständen, die selten unter 20 Toren pro Mannschaft bleiben. Diese Seite sammelt die Grundlagen an einem Ort — das Regelwerk, den Aufbau des Spielfelds, die sieben Positionen, den Trainingsaufbau und die Struktur der deutschen Ligen. Die Darstellung richtet sich an Einsteiger, die den Sport gerade kennenlernen, und an Aktive, die einzelne Regeln oder Übungsformen nachschlagen wollen.
Was Handball von anderen Hallensportarten unterscheidet
Drei Merkmale prägen das Spiel. Erstens der Zeitdruck: Der Ball darf höchstens drei Sekunden gehalten und maximal drei Schritte weit getragen werden, bevor gedribbelt, gepasst oder geworfen werden muss. Zweitens der erlaubte Körperkontakt — die Abwehr darf den Angreifer mit angelegten Armen und dem Körper von vorn sperren, was Handball näher an Rugby rückt als an Basketball. Drittens die Torhüterzone: Der Sechs-Meter-Raum gehört ausschließlich dem Torhüter, und kein Feldspieler darf ihn betreten.
Aus dieser Kombination entsteht die typische Bewegung des Spiels. Angreifer laufen nicht auf das Tor zu, sondern quer davor entlang, um eine Lücke im Abwehrblock zu erzeugen. Der Abschluss erfolgt fast immer im Sprung — entweder über die Abwehr hinweg aus dem Rückraum oder unmittelbar am Kreis aus kurzer Distanz.
Spielfeld, Tor und die drei Linien
Das Spielfeld misst 40 Meter in der Länge und 20 Meter in der Breite. Die Tore sind zwei Meter hoch und drei Meter breit und stehen mittig auf den Torauslinien. Entscheidend für das Verständnis jeder Spielsituation sind die drei Markierungen davor:
- Die Torraumlinie (6 Meter) — durchgezogen. Sie begrenzt den Bereich, der allein dem Torhüter gehört. Ein Feldspieler darf beim Wurf über diese Linie springen, muss den Ball aber losgelassen haben, bevor er aufsetzt.
- Die Freiwurflinie (9 Meter) — gestrichelt. Von hier werden Freiwürfe nach Regelverstößen ausgeführt; bei der Ausführung müssen abwehrende Spieler drei Meter Abstand halten.
- Die Sieben-Meter-Linie — eine kurze Markierung mittig vor dem Tor. Von dort wird der Penalty geworfen, wenn eine klare Torchance regelwidrig verhindert wurde.
Die reguläre Spielzeit beträgt zwei Halbzeiten von je 30 Minuten mit Halbzeitpause. Jede Mannschaft darf pro Halbzeit ein Team-Timeout von einer Minute nehmen; Wechsel sind unbegrenzt und jederzeit möglich, solange sie an der eigenen Wechsellinie erfolgen.
Der Ball: Größen und Griffigkeit
Handball wird mit drei genormten Ballgrößen gespielt, die sich nach Alter und Geschlecht richten. Größe 3 (Umfang 58 bis 60 Zentimeter, Gewicht 425 bis 475 Gramm) ist der Ball im Herrenbereich ab der Jugend A. Größe 2 (54 bis 56 Zentimeter, 325 bis 400 Gramm) wird im Frauenbereich und in der männlichen Jugend B und C gespielt. Größe 1 (50 bis 52 Zentimeter, 290 bis 330 Gramm) ist der Kinder- und Jugendball.
Weil der Ball einhändig geführt und geworfen wird, ist Griffigkeit ein eigenes Thema: In den meisten Ligen wird Harz verwendet, in Schul- und Breitensporthallen dagegen häufig nicht, weil die Rückstände aufwendig zu entfernen sind. Wer ohne Harz spielt, greift auf griffigere Ballmaterialien und eine sauber trainierte Wurfhandhaltung zurück.
Regeln, Training und Bundesliga: wie die Bereiche zusammenhängen
Die Bereiche dieser Seite bauen aufeinander auf. Am Anfang stehen die Handball-Regeln: Ohne Kenntnis von Schrittregel, Zeitstrafen und passivem Spiel bleibt jede taktische Erklärung abstrakt. Darauf folgen die sieben Positionen, die beschreiben, welche Aufgabe jeder Spieler im Angriff und in der Abwehr übernimmt und welche körperlichen Anforderungen damit verbunden sind.
Das Handball-Training übersetzt beides in Übungsformen — vom Aufwärmen über Wurf- und Passtechnik bis zur athletischen Vorbereitung. Und die Handball-Bundesliga zeigt, wie Regelwerk, Positionsspiel und Trainingsaufwand im Leistungssport zusammenkommen: 18 Vereine, 34 Spieltage, ein Terminkalender, der nationale und europäische Wettbewerbe parallel unterbringen muss.
Regelwerk, Verbände und Zuständigkeiten
Verbindlich ist immer das Regelwerk des Weltverbands. Die IHF-Regelwerke im Original enthalten die Spielregeln samt Handzeichen der Schiedsrichter und werden in unregelmäßigen Abständen fortgeschrieben — wer eine Regel exakt nachlesen will, findet dort die maßgebliche Fassung.
Für den deutschen Spielbetrieb ist der Deutsche Handballbund zuständig: Er verantwortet die Nationalmannschaften, das Schiedsrichterwesen und die Rahmenrichtlinien, an denen sich die Landesverbände orientieren. Unterhalb der Bundesligen organisieren diese Landesverbände die Spielklassen — vom Oberliga-Niveau bis zur Kreisklasse — und regeln Spielberechtigungen, Staffeleinteilung und Aufstiegsmodalitäten eigenständig. Wer eine Mannschaft in der Nähe sucht oder eine Spielberechtigung klären muss, ist deshalb beim jeweiligen Landesverband richtig und nicht beim Bundesverband.
Häufig gestellte Fragen
Wie groß ist ein Handballfeld?
Das Spielfeld misst 40 Meter in der Länge und 20 Meter in der Breite. Die Tore sind drei Meter breit und zwei Meter hoch. Vor jedem Tor liegen die durchgezogene Torraumlinie bei sechs Metern und die gestrichelte Freiwurflinie bei neun Metern.
Warum darf der Torraum nicht betreten werden?
Der Sechs-Meter-Raum ist dem Torhüter vorbehalten, damit Angreifer nicht direkt vor der Torlinie abschließen können. Ein Feldspieler darf über die Linie springen, muss den Ball aber losgelassen haben, bevor er aufsetzt.
Welche Ballgröße ist die richtige?
Es gibt drei genormte Größen. Größe 3 mit 58 bis 60 Zentimetern Umfang wird im Herrenbereich gespielt, Größe 2 mit 54 bis 56 Zentimetern im Frauenbereich und in der männlichen Jugend B und C, Größe 1 mit 50 bis 52 Zentimetern im Kinder- und Jugendbereich.
Wer legt die Spielregeln fest?
Verbindlich ist das Regelwerk des Weltverbands IHF. Für den deutschen Spielbetrieb setzt der Deutsche Handballbund die Rahmenrichtlinien; die Landesverbände regeln darunter Spielklassen, Spielberechtigungen und Aufstiegsmodalitäten eigenständig.




