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17.03.2016 - "Reutlinger General-Anzeiger"


Überlebenskampf pur

Der Überlebenskampf geht weiter. Handball-Zweitligist TV Neuhausen steuert derzeit von einem richtungsweisenden Spieltag zum nächsten. An diesem Wochenende müssen die Schützlinge von Trainer Aleksandar Stevic zwei Mal ran: Am Freitag (20 Uhr) gastiert der Ermstal-Club beim HSC Coburg, am Sonntag (17 Uhr) kommt die HG Saarlouis in die Hofbühlhalle.

>Wir benötigen unbedingt zwei Punkte aus diesen Spielen<, trichtert Stevic seinen Schützlingen ein. Beim Tabellendritten und designierten Erstliga-Aufsteiger Coburg haben die Neuhäuser als Außenseiter nichts zu verlieren; gegen den Tabellen-15. Saarlouis dagegen befindet sich der TVN in Zugzwang. >Die Partie gegen Saarlouis ist extrem wichtig für uns, da müssen wir punkten<, betont Stevic.

In Coburg dürfen sich die Neuhäuser Akteure auf eine stimmungsvolle Kulisse freuen. 2 564 Zuschauer kamen in dieser Runde im Schnitt in die HUK-Arena. In der Fremde präsentierte sich der TVN zuletzt erstaunlich stark. Beim Spitzenreiter Erlangen setzte es eine unglückliche 25:26-Niederlage, in Ferndorf gab's einen 26:24-Sieg und in Hamm ein 31:31-Unentschieden. Bemerkenswert: In der Auswärtstabelle nimmt Neuhausen den achten Platz ein.

Fehlerquote minimieren

Am Sonntag gegen Saarlouis werden Weichen gestellt. Zuletzt punkteten die Kellerkinder HF Springe (Viertletzter mit 18:38 Punkten) und HC Empor Rostock (Fünftletzter mit 21:35 Zählern) kräftig. Deshalb befinden sich der TV Neuhausen (Sechstletzter mit 21:33 Punkten) und die HG Saarlouis (Siebtletzter mit 22:34 Zählern) in Zugzwang, steigen doch am Saisonende vier Teams in die 3. Liga ab. >Möglicherweise reichen 30 Punkte zum Klassenerhalt<, stellt Stevic eine Hochrechnung auf, >wir peilen 35 Punkte an, damit bleibt man auf jeden Fall in der 2. Liga<.

Stevic wünscht sich in den bevorstehenden Wochen öfter eine Abwehrleistung wie in der ersten Halbzeit gegen die HSG Nordhorn-Lingen (20:20). Bombastisch gut war die Deckungsarbeit in den ersten 30 Minuten. Nordhorn, immerhin Tabellensiebter, brachte nur sechs Tore zustande. Im zweiten Durchgang leistete sich Neuhausen sowohl in der Abwehr als auch im Angriff einige kleine Fehler. >Das wird in dieser Liga gnadenlos bestraft<, so Stevic. Diese Fehlerquote minimieren lautet eine der Forderungen des Trainers an sein Team.

Die seit Beginn dieser Saison vom ehemaligen Frauen-Bundestrainer Heine Jensen gecoachte Mannschaft aus Saarlouis hatte einen glänzenden Saisonstart. Zuletzt rutschte die Handball-Gemeinschaft, die im Jahr 2009 gemeinsam mit dem TV Neuhausen in die 2. Liga aufstieg, Stufe für Stufe in Richtung Tabellenkeller. >Mittlerweile haben sich die Gegner besser auf Saarlouis eingestellt<, erklärt Stevic. Ein Beispiel: Jerome Müller kam vor Saisonbeginn vom Drittligisten SV Zweibrücken nach Saarlouis. Und avancierte auf Anhieb zu einem gefürchteten Torjäger. 158 Treffer stehen auf dem Konto des 19 Jahre alten Linkshänders. Damit nimmt er in der Zweitliga-Torschützenliste Platz sechs ein.

Neben Müller wollen die Neuhäuser aber auch die Kreise des talentierten Kreisläufers Peter Walz, des Rechtsaußen Lars Weissgerber, des Linksaußen Martin Murawski sowie der beiden Rückraumspieler Yann Polydore und Jonas Faulenbach einengen. Denn: >Gegen Saarlouis müssen wir punkten<, unterstreicht Stevic. (GEA)

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(kre)