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16.03.2016 - "SÜDWEST Presse"


Am Sonntag gilt's

Zwei Spiele binnen drei Tagen. Handball-Zweitligist TV Neuhausen gastiert am Freitag (20 Uhr) beim Tabellendritten in Coburg. Am Sonntag (17 Uhr) reist die HG Saarlouis an. Dann geht es um den Klassenerhalt.

Die Situation ist nicht leicht, man muss aber das Beste aus ihr machen. "Das wesentlich wichtigere Spiel ist jenes am Sonntag", sagt Aleksandar Stevic, Trainer des TV Neuhausen. Die HG Saarlouis ist ein Tabellennachbar und folgerichtig geht es am Sonntag unterm Hofbühl rund in Sachen Abstiegskampf. Der Partie einen vorentscheidenden Charakter beizumessen ist sicherlich verfrüht, es steht aber schon verdammt viel auf dem Spiel. "Da brauchen wir zwei Punkte", macht Stevic klar. Mit einem, wie zuletzt gegen Nordhorn, will er sich nicht zufriedengeben.

Es gilt festzuhalten, dass der TV Neuhausen sowohl in Hamm (31:31) als nun auch gegen Nordhorn (20:20) jeweils gegen Teams remisierte, die in der oberen Tabellenhälfte residieren. Da sind zwei Punkte sicherlich nicht ganz schlecht, wobei Stevic nach wie vor nicht einverstanden ist mit dem, was sein Team gegen Nordhorn aus der drückenden Überlegenheit zu Beginn gemacht hat. "Es gibt ein paar Situationen in einem Spiel, in denen du zu hundert Prozent da sein musst. Und da haben wir am Anfang einfach zu wenig draus gemacht." Weil man in Hamm ewig klar führte, tut auch dieses Unentschieden im Nachklapp ein bisschen weh. Unterm Strich bleibt aber die Erkenntnis, dass sich die Neuhäuser auch gegen Teams aus der Spitzengruppe nicht verstecken müssen.

Mit diesem Wissen setzt man sich am Freitag in den Bus und fährt gen Coburg zum Tabellendritten, der jüngst mit einem 21:21 in Bad Schwartau nur bedingt zufrieden war - zuvor allerdings seiner Rolle als Aufstiegskandidat vollauf gerecht wurde. "Wer so viel Qualität besitzt, und sie dann auch noch aufs Feld bringt, der steht zurecht ganz oben", sagt Stevic.

Jan Kulhanek und Oliver Krechel bilden bei den Franken ein famoses Torhüter-Duo, Adnan Harmandic ist ein Spielgestalter der Sonderklasse, mit Zweitverwendung als Torjäger. Matthias Gerlich und Romas Kirveliavicius treffen aus dem Rückraum sehr viel. So könnte man die Aufzählung ganz beliebig fortsetzen. Beste Qualität auf allen Positionen - und das auch noch in doppelter Ausführung. Es wird nicht einfach in der HUK-Coburg-Arena. Ein solches Ambiente kann sich aber auch leistungsfördernd auswirken. "Wir schenken dort nichts her", macht Stevic klar.

Egal, wie das Spiel auch ausgehen mag, die volle Konzentration gilt sofort nach dem Abpfiff nur noch der sonntäglichen Partie gegen die HG Saarlouis. Die rangiert mit 22:34 Zählern hauchdünn vor dem TVN (21:33). Damit haben die beiden Kontrahenten den Kampf gegen den Abstieg gemeinsam. Saarlouis wurde vor der Saison als Abstiegskandidat Nummer eins gehandelt, wollte diese Rolle aber partout nicht annehmen, konnte mit einer starken Hinrunde den einen oder anderen Gegner verblüffen. "Sie sind in der Abwehr wesentlich stärker geworden", hat Aleksandar Stevic bei seinen Studien erkannt. Der junge Jerome Müller ist als spielfähiger Linkshänder ein Aktivposten, Jonas Faulenbach im Rückraum ebenfalls sehr zu beachten. Zuletzt zeigten sich Lars Weissgerber und Yann Polydore sehr treffsicher. Kurz zusammengefasst: Ein starker Gegner, gegen den der TV Neuhausen aber gewinnen muss, weil im Tabellenkeller bald die ersten Entscheidungen reifen. Und da würde man sich gerne heraushalten. Es sind beim TVN nicht nur alle Mann an Bord sondern auch voller Tatendrang.

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WOLFGANG SEITZ