Eine Restchance bleibt – doch die ist klein

Handball-Drittligist TV Neuhausen begeistert am Samstag beim 39:24 gegen die TGS Pforzheim, steht aber mit einem Bein in der Oberliga


In der Hofbühlhalle herrschte am Samstagabend eine Stimmung, die sich nur als sensationell charakterisieren lässt. Die TVN-Anhänger unter den 578 Zuschauern zeigten sich begeistert von dem, was die Neuhausener Spieler präsentierten. Während die Zuschauer am 28. April 2018 lediglich einen Heimsieg und eine gute Teamleistung feiern konnten, herrschte jedoch in Kaiserslautern Partyalarm: TuS Dansenberg sicherte sich nämlich mit einem 24:20 über die SG Nußloch den Ligaverbleib, zerstörte endgültig den TVN-Traum von einer direkten Rettung, sorgte somit für den großen Wermutstropfen im Ermstal. Der letzte Nicht-Direktabstiegsplatz ist seit Samstag definitiv an die Pfälzer vergeben.

Für den TV Neuhausen bleibt maximal der drittletzte Tabellenplatz – aber auch nur dann, wenn es am letzten Spieltag gelingt, den TV Hochdorf auf Distanz zu halten. Geht diese Mission positiv aus, startet der TVN in der Relegation zunächst am 10. Mai in der Hofbühlhalle gegen den Vertreter aus der Dritten Liga Ost. „Uns bleibt nichts anders übrig, als an diese Minimalchance zu glauben“, sagte TVN-Spielertrainer Ferdinand Michalik angesichts der sportlich schwierigen Situation. Dabei hatte der Coach nach der Partie gegen die TGS Pforzheim, immerhin lange Zeit in der Saison Titelanwärter, allen Grund mit der Mannschaftsleistung zufrieden zu sein. Lediglich in der Anfangsphase hielten die Badener mit, im Laufe der Partie spielten sich die Ermstäler in einen regelrechten Spielrausch. Mario Lourenco (10/3), Jan Reusch (7) und Daniel Reusch (6) waren die besten Werfer in einem hochmotiviert, aber auch befreit wirkenden Team. Bereits zur Pause (22:10) hatte sich der TVN einen mehr als komfortablen Vorsprung erarbeitet, im Gegensatz zu manch anderer Begegnung in dieser unglücklichen Runde zogen die Neuhausener ihr Spiel konsequent durch. „Trotzdem ist dieser Sieg nur ein ganz kleiner Tropfen auf dem heißen Stein“, zeigte sich Ferdinand Michalik in der Pressekonferenz realistisch. Mehr als die Option auf den drittletzten Tabellenplatz ermöglichte dieser hohe Sieg nicht mehr. Pech für den TVN, dass die SG Nußloch in Dansenberg eine erschreckend schwache Vorstellung ablieferte. Sage und schreibe fast 14 Minuten benötigten die Nußlocher, um in Kaiserslautern überhaupt das zweite Tor zu erzielen. Es war peinlich, was die Badener vor der Pause ablieferten. Zwar lief es nach dem Seitenwechsel etwas besser für die SG, den vom TVN sehnlichst erhofften Sieg gab es freilich nicht.

Aufbauhilfe für den TV Neuhausen lieferte Pforzheims Kapitän Florian Taafel. „Es ist bitter, dass ein Traditionsverein wie der TV Neuhausen mit solch einem stimmungsvollem Publikum womöglich in die Oberliga absteigen muss“, sagte der Pforzheimer in der Pressekonferenz, „für meinen Teil bin ich sehr froh, dass wir von Beginn an in dieser ausgeglichenen Dritten Liga in keiner Phase etwas mit dem Abstieg zu tun hatten.“ Am kommenden Samstag steht für das Michalik-Team das letzte Punktspiel an - bei der SG Nußloch. Danach ist klar, ob es am 10. Mai in der Hofbühlhalle tatsächlich zum ersten Relegationsspiel kommt. Eine langwierige Relegation, von der noch niemand weiß, ob sie überhaupt ein Ticket für den Klassenverbleib bereit hält.