Jetzt kann nur noch ein Handball-Wunder helfen

Am 28. Spieltag versetzt der TSB Heilbronn-Horkheim dem TVN einen schweren Schlag im Kampf um den Klassenerhalt


Nuancen entscheiden in dieser Drittliga-Saison über Wohl und Weh. Der 28. Spieltag war ein Beispiel dafür. Am Samstagabend verlor der TV Neuhausen in der Hofbühlhalle gegen den TSB Heilbronn-Horkheim 26:35 – und trotzdem gab es Sekunden nach der Schlusssirene Hoffnung, dass der Abend nicht mit einem totalen Niederschlag endet.

Der TuS Dansenberg, als Tabellenviertletzter nur einen Punkt vor dem TVN auf einem Nichtabstiegsrang platziert, lag in der Schlussphase gegen die HG Oftersheim/Schwetzingen immer mal wieder in Rückstand. Das Spiel hatte etwas später begonnen, so verfolgten etliche Zuschauer die Ereignisse auf dem Liveticker mit. Doch es kam das dicke Ende: Wenige Sekunden vor Schluss schossen die Dansenberger durch ihren Winterzugang Loic Laurent das 29:28, vergrößerten damit den Vorsprung auf die Neuhausener um weiter zwei Zähler. Eine ganz bitterer Moment, zumal auch der HC Oppenweiler/Backnang (Klassenerhalt damit geschafft) und der Tabellenvorletzte TV Hochdorf ihre Partien gewannen. Die Hoffnung auf den TVN-Ligaverbleib wurde drastisch reduziert. „So lange der Klassenerhalt rechnerisch noch möglich ist, werden wir alles versuchen, um ihn zu erreichen“, machte Neuhausens Spielertrainer Ferdinand Michalik in der Pressekonferenz nach dem vorletzten Heimspiel Mut.

Dabei hatte der TVN nach zwei Siegen hintereinander auch gegen den Tabellendritten aus der Region Franken solide begonnen. Selbst eine (überzogene) Rote Karte für Kapitän Daniel Reusch Mitte der ersten Halbzeit machte das Neuhausener Gebilde nicht instabil. Der Platzverweis war diskussionswürdig. Die nicht immer plausibel durchs Spiel leitenden Schiedsrichterinnen Katharina Heinz und Sonja Lenhardt ließen sich bei dem Griff Reuschs gegen den Horkheimer „Dreier“ Marcel Lenz wohl auch ein wenig von der Theatralik des TSB-Akteurs beeinflussen. Lenz hob nach der Berührung ab, dreht sich spektakulär in der Luft, stieß einen Schrei aus und fiel hernach zu Boden, die vermeintlich schwer lädierte Schulter haltend. Von diesem Zeitpunkt an hatte Lenz den kompletten Anhang des TVN unter den 565 Zuschauern gegen sich, zumal der gesamte Schulterbereich Sekunden später wieder voll funktionsfähig zu sein schien. „Ein Siebenmeter und zwei Minuten wären ausreichend gewesen, so dramatisch war mein Foul nicht“, ärgerte sich der Neuhausener Kapitän über die von vielen Emotionen begleitete Szene und deren Folgen für ihn. Eine Meinung, die etliche Beobachter teilten. Als der TVN Sekunden vor der Pause das 11:13 schoss, keimte Hoffnung auf. Doch mit dem Pausenzeichen erhöhten die Gäste auf 14:11. Ein Wirkungstreffer. Für den TVN kam es knüppeldick - zu allem Überfluss musste zudem Quentin Abadie mit Fingerbruch noch während des Spiels ins Krankenhaus gebracht werden.

„Wir haben in der zweiten Halbzeit konsequenter in der Abwehr agiert, das Umschaltspiel wurde immer besser und auch die Effektivität“, konstatierte ein zufriedener TSB-Trainer Jochen Zürn. In den letzten zehn Spielminuten war die Begegnung angesichts des klaren TSB-Vorsprungs gelaufen. „Jetzt müssen wir uns mit der Relegation beschäftigen, die vorsorglich gespielt werden dürfte«, sagte Neuhausens Geschäftsleiter Nico Held. Der direkte Sprung ans rettende Ufer gelingt nur noch, wenn der TV Neuhausen gegen Pforzheim (Samstag, 20 Uhr in der Hofbühlhalle) sowie eine Woche später in Nußloch siegt – und Dansenberg beide Restpartien verliert.