Feuerwerk fünf Wochen nach Silvester

TV Neuhausen beim 33:24 gegen TuS Fürstenfeldbruck mit vielen zündenden Ideen

Was für ein Samstagabend, was für ein Spiel: Der TV Neuhausen hat nach nervenaufreibenden, punktlosen Wochen endlich wieder gewonnen. Dass es in den letzten Minuten vor der Schlusssirene in der Hofbühlhalle keinen der TVN-Anhängerschaft mehr auf dem Sitz hielt - ein Verdienst einer leidenschaftlich agierenden Mannschaft. Das 33:24 (17:11) war ein Produkt aus einer klugen Abwehrarbeit (inklusive eines überragenden Simon Tölke im Tor), geglückten taktischen Maßnahmen sowie mit Wucht und Präzision vorgetragenen Angriffen. Lediglich zwei verworfene Siebenmeter trübten vor 669 Zuschauern das Bild. Spielertrainer Ferdinand Michalik (er beschränkte sich auf den Trainerpart) wirkte bei seiner Premiere nach dem Spielende mehr als erleichtert. „Wir hatten durchaus einige knifflige Spielphasen“, sagte der 30-Jährige bei der anschließenden Pressekonferenz nach seiner ersten Partie als Coach, „aber die Mannschaft hat sich in dieses Spiel förmlich hineingebissen und verdient gewonnen.“ Gästetrainer Martin Wild sah es ähnlich. „Zwar ist der TVN-Sieg meiner Ansicht nach etwas zu hoch ausgefallen, aber wir hatten in den Schlussphasen beider Halbzeiten einfach keinen guten Lauf“, rekapitulierte der Trainer des TuS Fürstenfeldbruck. Für die Neuhausener war der zweite Sieg über die Bayern in dieser Runde und der Beweis, dass sie an einem guten Tag Teams der oberen Tabellenhälfte nicht nur besiegen können, sondern die Partie auch dominieren. Das vom Brüderpaar Jonathan und Maximilian Winter aus Schwetzingen geleitete Spiel begann für den TVN zunächst durchschnittlich. Nach 13 Minuten lagen die Ermstaler 4:5 zurück, eine Prognose über den weiteren Spielverlauf war angesichts der Ausgeglichenheit in Sachen Spielstärke schwierig. Doch mit einem 4:1-Lauf arbeiteten sich die Gastgeber anschließend erstmals einen komfortablen Vorsprung heraus. Und es sollte noch besser werden. Lediglich ein Treffer durch den äußerst sicheren Siebenmeter-Schützen Johannes Stumpf (verwandelte alle sieben Siebenmeter an diesem Abend humorlos) verhinderte einen Sieben-Tore-Vorsprung zur Pause. Doch jenes 17:11 zur Spielhälfte war ein echter Motivationsbringer, ein solides Polster, welches den Gastgebern in einer Schwächephase nach dem Seitenwechsel gut tat. Beim 19:16 und 20:17 ließen die TVN-Handballer den Gegner zwar noch zweimal auf drei Tore herankommen, doch auch dank eines großartig mitgehenden Publikums gelang es, die Schlagzahl und Treffsicherheit wieder zu erhöhen. Es war ein regelrechtes Feuerwerk, das die Neuhausener Spieler phasenweise abbrannten. Erfolgreichste TVN-Werfer: Tim Keupp und Mario Lourenco (je sieben Tore) sowie  der auch in der Abwehr bärenstarke Michel Stotz (6). Nach dem Schlusspfiff herrschte in der Halle eine prächtige Atmosphäre. Die Erleichterung bei Spielern, Betreuern und Publikum  - riesengroß. Wie wichtig der Sieg war, wurde schon Minuten später klar. Auch die direkten Konkurrenten im Kampf um den Ligaverbleib siegten am Samstagabend: Hochdorf überraschend bei den Rhein Neckar Löwen, TuS Dansenberg klar über den TSV Neuhausen/Filder.  Und genau diese Dansenberger rücken am kommenden Samstag in der Hofbühlhalle an. Es wird wieder spannend – dafür benötigt es keiner prophetischen Gaben.