Plötzlich war ein Bruch im Spiel

TVN kassiert trotz 19:13-Führung zweite Saisonniederlage

Niederlagen sind immer unschön, manche jedoch besonders schmerzlich. Der TVN bekam davon am Samstagabend in der Hofbühlhalle gegen den TSV Neuhausen/Filder (24:26) eine Kostprobe serviert. Lange Zeit beim Derby wie ein souveräner Sieger aussehend, geriet das Spiel gegen den Aufsteiger Mitte der zweiten Halbzeit völlig aus den Fugen. Kein Wunder, dass die Bilder nach der Schlusssirene Bände sprachen. Während sich die Gäste von den Fans ausgiebig und lautstark feiern ließen, waren bei den TVN-Spielern und Funktionsträgern mehrheitlich Kopfschütteln und leere Blicke festszustellen. TVN-Trainer Anel Mehmetefendic wirkte bei der Pressekonferenz ebenso geknickt. „Mitte der zweiten Haklbzeit hatten wir eine Phase, in der wir zum  einen einige guten Chancen liegengelassen und unseren Rythmus verloren haben“, sagte der Coach, dies hätten die Gäste schonungslos ausgenutzt. Dabei war der TVN eigentlich von Beginn am Taktgeber in dieser Partie vor über 750 Zuschauern bei prächtiger Lokalkampfstimmung gewesen. Die Hexenkessel-Atmosphäre schien lange Zeit die Gastgeber extrem zu motivieren. Konzentriert und engagiert arbeiteten die gastgebenden Neuhausener ihr Programm ab. Nicht ein einziges Mal gerieten sie in Rückstand, führten zur Halbzeit folglich verdient 14:11. „Doch wir haben selbst beim 13:19-Rückstand nach der Pause nicht die Hoffnung verloren“, sagte Gäste-Trainer Ralf Bader nach der Partie. In der Tat wirkte das Filder-Team durch den zwischenzeitlichen Sechs-Tore-Rückstand eher inspiriert als demoralisiert. Die Gäste agierten immer risikoreicher und aggressiver, beim TVN war plötzlich ein klarer Bruch im Spiel festzustellen. Selbst einfache Kombinationen und Torabschlüsse misslangen. In der Deckung klafften des Weiteren immer mehr Lücken. In jene stießen die Gäste mit Vehemenz hinein. Folge: Ein „Lauf“ für den TSVN mit, in Zahlen ausgedrückt, 11:2-Toren. Aus dem 19:13 wurde demnach ein 21:25. Für den einstigen TVN-Spieler und Jugendkoordinator war es ein nahzu perfekter Abend. „Dieser Derbysieg ist natürlich klasse und zeigt, dass wir auch in schwierigen Spielsituationen an uns glauben“, resümierte Ralf Bader. Gegenüber Anel Mehmetefendic kommt jetzt die Aufgabe zu, die Mannschaft vor dem nächsten Auswärtsspiel im pfälzischen Haßloch (Samstag, 19.30 Uhr) wieder aufzurichten. „Wir müssen aber in erster Linie diese Partie schonungslos analysieren“, erklärte der TVN-Coach. Tabellarisch hatte die Niederlage Folgen. Die siegreichen Neuhausener (nun Vierte) schoben sich mit nunmehr 8:4-Punkten am TVN vorbei, der mit 6:4-Zählern auf Platz sieben zurückgefallen ist. „Die volle Konzentration gilt nun dem Spiel in Haßloch“, betonte TVN-Geschäftsleiter Nico Held. Diese wird auch nötig sein, denn die Haßlocher gewannen am Samstagabend das Pfalzderby beim Neuling TuS Dansenberg mehr als deutlich 30:19 – siegten also bei jenem Gegner, der dem TV Neuhausen vor rund zehn Tagen die erste Saisonniederlage (22:26) zugefügt hatte.