Spitzenreiter mit weißer Weste: TV Neuhausen obenauf

Handball, 3. Liga: TV Neuhausen grüßt nach drittem Sieg im dritten Spiel von der Spitze. 26:23 in Fürstenfeldbruck.

Der TVN ist Tabellenführer. „Wir sind auch in schwierigen Spielphasen immer ruhig geblieben“, nannte Trainer Anel Mahmutefendic einen Grund für den 26:23-Triumph. Nach dem dritten Sieg im dritten Spiel grüßen die Ermstäler von der Spitze. Zwar fiel der Auswärtserfolg in Oberbayern etwas knapper aus als die beiden vorangegangenen Siege in Oppenweiler und gegen Balingen II, doch auch in der Wittelsbacher-Halle brannte vor 630 Zuschauern nicht so richtig etwas an. Das 23:26 war absolut leistungsgerecht und tatsächlich verpasste es der TVN in verschiedenen Phasen, den Vorsprung noch deutlicher auszubauen und mit mehr als zwei oder drei Treffern Vorsprung in den letzten Minuten den immer einfallsloser agierenden Hausherren gegenüberzutreten.

Leeres Tor verfehlt

Die Gäste konnten es sich sogar leisten, zwei Mal bei Würfen auf Höhe der eigenen Siebenmeter-Linie aufs verwaiste Füstenfeldbrucker Gehäuse (als der TuS seinen Keeper zu Gunsten eines weiteren Feldspielers opferte) danebenzuzielen. Auch der DJ in der Wittelsbacher-Halle, der mit unterschiedlichsten Musik-Genres vor seinen zwei Laptops die Ohren der Besucher und Spieler unablässig heftigst malträtierte, brachte die klug agierenden Gäste nicht aus dem Rhythmus. Vor dem Seitenwechsel lag der TVN zwei Mal mit sechs Toren hinten (0:2, 4:6), schien aber nach 27 Minuten und einer 12:9-Führung das Kommando in der Münchner Peripherie zu übernehmen. Pfeifendeckel: Wie aus dem Nichts schlugen die „Panther“, eine kampfstarke, mit 3:2:1-Deckung agierende Truppe, zurück und bogen den Rückstand in eine 13:12-Pausenführung um.

Fischer trifft vier Mal

Es sollte der letzte Vorsprung der Gastgeber bis Spielende bleiben. So sehr sich die Schützlinge von Trainer Martin Wild auch mühten, die Ermstäler brachten mehr Qualität auf die Platte. Der gegen Balingen II auf der Bank schmorende Lukas Fischer glänzte mit vier Toren ebenso wie Tim Keupp, Quentin Abadie und Mario Laurenco waren mit fünf Toren beste Gästewerfer. Die Neuhäuser Abwehr steigerte sich merklich im Spielverlauf, gestattete den Hausherren auch mehrmals in Überzahl keinen Treffer. Nachdem der TVN einige Male mit zwei oder drei Toren weggezogen war, bäumten sich die Wild-Schützlinge bis zur 44. Minute nochmals auf, glichen beim 19:19 ein letztes Mal aus. Das war’s - zu mehr hatten die Gastgeber weder die Kraft noch die Ideen. Über 19:22 (48. Minute) und das abermals enge 23:24 (56.) wurde der 23:26-Endstand erzielt.

Coach baut auf jeden Akteur

Gegen Balingen II überragte Simon Tölke im Neuhäuser Kasten, in Oberbayern durfte Adrian Birkenheuer ran und war ein wichtiger Sieggarant. Kein einziger der drei „Brucker“ Siebenmeter fand den Weg ins TVN-Tor, hingegen verwerteten die Gäste alle vier ihnen zugesprochenen Siebenmeter.

TuS-Trainer Martin Wild meinte hinterher: „Ich habe vieles bei uns gesehen, was mir gut gefiel. Es war von uns ein gutes, aber kein sehr gutes Spiel. Und Letztgenanntes hätten wir benötigt, um ein Team wie Neuhausen zu schlagen.“

TVN-Coach Anel Mahmutefendic lobte: „Das Vertrauen in alle Spieler zahlte sich aus. Ich will so viele Akteure wie möglich einsetzen und versuchen, jeden Einzelnen weiterzuentwickeln. Deswegen haben Adrian Birkenheuer und Lukas Fischer im Gegensatz zum Heimspiel gegen Balingen II viel Einsatzzeit erhalten. Ich habe in Fürstenfeldbruck nicht nur die Qualitäten von Jan Reusch im zentralen Rückraum benötigt, sondern auch diejenigen von Lukas Fischer.“

Kleiner Wermutstropfen: Tim Keupp zog sich eine Knieverletzung zu. Der anstehende Arztbesuch wird Aufschluss über die Art der Blessur bringen.


So spielten sie:

TuS Fürstenfeldbruck: Kröger, Luderschmid - Leindl (2), Dundovic, Ball (3), Meinzer (5), Lex (2), Kerst, Engelmann (2), Stumpf (5), Prause (3), Prestele (1).

TV Neuhausen: Tölke, Birkenheuer - Stotz (1), Weißer (2), D. Reusch (3), Meyer, Stahl, Laurenco (5/4), Keupp, Michalik (2), Toom, J. Reusch, Fischer (4), Abadie (5).

Siebenmeter: 0/3 (Meinzer 0/1, Kerst 0/1, Stumpf 0/1) - 4/4 (Laurenco 4/4).

Zeitstrafen: Meinzer, Prestele (2) - Laurenco, Keupp (2), Toom (2), J. Reusch, Abadie.

Schiedsrichter: Sven Beck/Sven Braun (Sandweier).

Zuschauer: 630.

Quelle: SWP