Archiv: HSG Nordhorn-Lingen - TV 1893 Neuhausen (SÜDWEST PRESSE)

Immerhin macht die zweite Halbzeit Mut für die Zukunft

Nach der fünften Niederlage in Folge und dem Abrutschen auf den vorletzten Tabellenplatz war man beim TV Neuhausen bemüht, einen positiven Aspekt in der 22:25-Auswärtsniederlage gestern Abend im Nordhorner Euregium zu suchen. Man fand ihn in der zweiten Halbzeit. Während die ersten 30 Minuten stark an die trostlose Vorstellung vor Wochenfrist beim 26:32 gegen den TV Emsdetten erinnerten, konnte sich der Leistungsanstieg nach dem Seitenwechsel sehen lassen. Dumm nur, dass man sich nichts dafür kaufen kann, wenn man zwar die zweite Hälfte souverän mit 16:12 gewinnt, aufgrund der mit 6:13 verlorenen ersten Halbzeit aber letztlich mit 22:25 geschlagen die lange Heimreise in den Süden antreten muss.

"Unsere Leistung in der ersten Hälfte war nicht gut. Wir haben keine Lösungen gegen die starke Nordhorner Abwehr in unserem Angriffsspiel gefunden. In den zweiten 30 Minuten haben wir unser Offensivspiel verbreitert und den Gastgebern Schwierigkeiten mit konstruktivem Spiel über die Außen und den Kreis bereitet. In dieser Phase sah man, zu was wir eigentlich in der Lage sind", meinte TVN-Trainer Aleksandar Stevic hinterher.

Die deutliche Steigerung war allerdings auch notwendig. Zu bieder wirkten die Ermstäler in der Startphase einer Partie, in der sie nur ein einziges Mal (beim 1:1) einen Gleichstand erzwingen konnten, ansonsten aber immer im Rückstand lagen. Als es nach zwölf Minuten 5:1 stand, musste man sich bereits arge Sorgen um die Stevic-Schützlinge machen. Über 10:4 (22.) ging es zum 13:6-Pausenstand, der nicht nur verdient für die Gastgeber war, sondern noch höher hätte ausfallen können. Neuhausens Offensivabteilung fand schlichtweg kein Mittel gegen den zugegebenermaßen bärenstarken Nordhorner Mittelblock, der sich glänzend auf TVN-Ass Jona Schoch eingestellt hatte. Das große Talent wechselt übrigens zur neuen Saison in die 1. Bundesliga zum HBW Balingen/Weilstetten und wird im Ermstal eine große Lücke hinterlassen. Die mit zwölf Mann nach Niedersachsen gereisten Schwaben hoffen nun, ihren Schwung aus der zweiten Halbzeit mit sehenswertem Spiel über den Kreis (nicht zuletzt deswegen markierte Kreisläufer Frederic Stüber gestern sieben Tore, davon sechs nach der Pause) ins letzte Heimspiel im Kalenderjahr 2016 gegen den Tabellenvierten VfL Bad Schwartau (Samstag, 20 Uhr, Hofbühlhalle) retten zu können.

Spielfilm: 1:1 (5. Minute), 4:1 (10.), 5:2 (15.), 9:3 (20.), 11:6 (25.), 13:6 (Halbzeit), 17:9 (35.), 19:12 (40.), 21:14 (45.), 23:16 (50.), 24:19 (55.), 25:22 (Ende).

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Alexander Mareis