Archiv: ThSV Eisenach - TV 1893 Neuhausen (Reutlinger General Anzeiger)

03.04.2017 - 08:45


Mehrere positive Aspekte

Die Talfahrt hält an, die Leistungskurve zeigt jedoch nach oben. Die Zweitliga-Handballer des TV Neuhausen verloren beim ThSV Eisenach mit 25:28 (13:15). Für den Ermstal-Club war es die siebte Niederlage in Folge. Zehn Spieltage vor Saison-Feierabend beträgt der Rückstand auf den rettenden 16. Platz nun bereits elf Punkte. >Wir haben uns gegenüber den Spielen zuvor gesteigert<, lautete das Fazit von Neuhausens Trainer Alexander Job. Im nächsten Atemzug fügte der bis zum Saisonende auf der TVN-Kommandobrücke stehende Coach hinzu: >Wir haben uns aber nicht so gesteigert, um im Hexenkessel Werner-Aßmann-Halle in Eisenach etwas mitzunehmen.<

Seine Mannschaft, so Job, müsse >die positiven Dinge vom Spiel in Eisenach mitnehmen<. Wenn dann noch eine Spur mehr Konstanz und Konsequenz ins Neuhäuser Spiel eingestreut werden kann, dann sollte im nächsten Heimspiel der Knoten platzen. Am Freitag (20 Uhr) kommt der Tabellenneunte Dessau-Roßlauer HV in die Hofbühlhalle.

TVN nie in Führung

Was waren nun die positiven Dinge in der Partie in Eisenach? Beispielsweise die Torhüter-Leistungen. Magnus Becker, der in den ersten 30 Minuten zwischen den Pfosten stand, und der danach eingewechselte Daniel Rebmann verbuchten elf Paraden - die beiden Eisenacher Keeper kamen zusammen auf zwölf abgewehrte Bälle. >Phasenweise war unsere Abwehrleistung gut<, erkannte Job einen Aufwärtstrend beim zuletzt ziemlich bröseligen Deckungsverband. Ab der 46. Minute versuchte es der TVN mit einer 5:1-Abwehrformation. Zum dritten verwandelte Ferdinand Michalik für Neuhausen alle sechs Siebenmeter. Strafwürfe sind, übrigens nicht nur in dieser Saison, nicht die Spezialität des Ermstal-Clubs. Nach der Begegnung in Eisenach hat der TVN eine Siebenmeter-Quote von lausigen 68,0 Prozent - von 128 wurden 87 Strafwürfe in die gegnerischen Maschen gesetzt.

Beim heimstarken Tabellensiebten ThSV Eisenach lagen die Mannen um Kapitän Daniel Reusch nie in Führung, bewegten sich aber mit dem Kontrahenten lange Zeit auf Augenhöhe. In der ersten Hälfte geriet Neuhausen nach dem 3:3 mehrmals mit drei Toren ins Hintertreffen und lag zur Pause mit 13:15 hinten.>15 Gegentore sind zu viel<, war Job mit dieser Quote nicht einverstanden. Wie bereits in den vergangenen Wochen erlaubten die Ermstäler ihrem Gegner mehrere einfache Tore nach technischen Fehlern im Angriff.

Beim 17:19 (38. Minute) war der TVN noch immer dran, sah sich aber in der 47. Minute 19:24 im Rückstand. Das Job-Team gab sich nicht geschlagen, kämpfte sich auf 24:26 heran, mehr war aber nicht mehr drin. Im Angriff habe sich Jona Schoch, so Job, >stabiler< als zuletzt präsentiert. Der Rückraumspieler erzielte fünf Feldtore. In der Endphase allerdings habe Schoch in einigen Aktionen >zu viel gewollt<. Das ist derzeit ein Grundproblem beim TVN: Der Wille ist da, der Spielfluss fehlt aber, so dass zu häufig die Brechstange ausgepackt wird.

(GEA)

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MANFRED KRETSCHMER