Archiv: ThSV Eisenach - TV 1893 Neuhausen (SÜDWEST PRESSE)

02.04.2017 - 08:27 - "SÜDWEST Presse"


Steigerung wird nicht belohnt

Auch die beste Leistung unter dem neuen Trainer Alexander Job wurde nicht belohnt: Handball-Zweitligist TV Neuhausen verlor beim Tabellenachten ThSV Eisenach mit 25:28 (13:15), konnte dabei aber immerhin ergebnistechnisch die zweite Halbzeit für sich entscheiden und agierte durchaus auf Augenhöhe mit dem klaren Favoriten.

Letztlich hätte nicht viel gefehlt und der TVN wäre nicht mit leeren Händen aus Thüringen abgereist. Mehrere Male lag man zwar vor dem Seitenwechsel mit drei Toren im Rückstand (5:8, 6:9, 7:10, 11:14), aber der Pausenstand von 15:13 konnte als respektable Zwischenbilanz mit Aussichten für den zweiten Durchgang gewertet werden.

"Letztlich wäre in den ersten 30 Minuten alles okay vom Ergebnis her gewesen, wenn wir nicht fünf einfache Gegentore durch Gegenstöße nach technischen Fehlern kassiert hätten", meinte TVN-Trainer Alexander Job.

Mit einem Kader von zwölf zweitligagestählten Akteuren war er angereist, für Neuhäuser Verhältnisse in Anbetracht der heuer erlebten Verletzungsmisere fast schon eine komfortable Situation, bei der kein Akteur aus dem Landesligakader des TVN diesmal angefordert wurde und Tim Keupp wegen Reizungen in beiden Knien nicht eingesetzt wurde.

Weil Christian Wahl diesmal von Anfang an wieder mitwirkte und 60 Minuten auf der Platte stand, mussten weder Ferdinand Michalik noch Jan Reusch auf Linksaußen aushelfen, konnten sich auf ihre Rückraumaufgaben konzentieren und sich dort ebenso wie in der Abwehrarbeit abwechseln. Gleiches auf Rechtsaußen mit Srdjan Predragovic und Felix Klingler. Jona Schoch und Frederik Stüber setzten in der Abwehrarbeit zu unterschiedlichen Zeiten ihre Kraft und Größe ein.

Das Gehäuse hütete Magnus Becker bis zur 25. Minute, ehe Daniel Rebmann zwischen die Pfosten wechselte und mit elf gehaltenen Bällen im zweiten Durchgang keine wirklich schlechtere Quote aufwies als sein Eisenacher Gegenüber mit zwölf. Man war auf Augenhöhe, schenkte dem Favoriten nichts.

"Im Angriff haben wir eindeutig eine bessere Spielanlage als zuvor gezeigt, diese Steigerung darf ich als Trainer nicht unter den Tisch fallen lassen, auch wenn wir zum vierten Mal unter meiner Regie leer ausgegangen sind", betonte Alexander Job hinterher.

"In der Abwehr war ich hingegen nur phasenweise zufrieden", schiebt Job hinterher, der nur bis zur 45. Minute ein 3:2:1-System spielen ließ und dann auf ein 5:1 umstellte, was dem Neuhäuser Spiel sichtlich gut tat.

Wer weiß, wie die Partie gelaufen wäre, hätte nicht eine Schwächephase zwischen der 38. und 41. Minute einen Vier-Tore-Rückstand zum 17:21 bedeutet. Danach legten die Hausherren sogar zwei Mal auf fünf Tore vor (23:18 in der 45. und 24:19 in der 47. Minute). Der ThSV durfte sich seiner Sache dennoch nicht zu sicher sein, weil die Ermstäler nie aufsteckten und ihren bekannten Kampfgeist offenbarten. Beim 26:24 (59.) keimte noch mal eine kleine Hoffnung auf, beim 27:25 durch Jan Reusch 16 Sekunden vor Schluss verbat der Blick auf die erbarmungslos herunterlaufende Hallenuhr ernsthaftes Liebäugeln mit einem Pünktchen. Fast mit dem Schlusspfiff setzte Matthias Gerlich mit dem 28:25 den Schlusspunkt.

"Wir waren nahe dran. Wir haben einfach - wie so oft zuvor - durch technische Fehler und taktische Undisziplinertheit in Form von zu schnellem Abschluss drei oder vier Gegentore zu viel nach Gegenstößen kassiert", erkannte Alexander Job wie nahe man diesmal doch dran war.

Im Gegensatz zu den Vorwochen verzeichnete der TVN eine einwandreie Siebenmeterquote, brachte alle Versuche vom Strich im gegnerischen Kasten unter. Es scheint demzufolge aufwärts zu gehen, auch wenn sich dies weder im Tabellenplatz noch Abstand zum rettenden Platz widerspiegelt. Es sind noch zehn Spiele für die Ermstäler zu absolvieren und sie liegen jetzt sogar elf Punkte hinter Rang 16 (HG Saarlouis) zurück.

"Unsere letzte Chance sind die beiden kommenden Partien. Unser Fokus richtet sich aufs Heimspiel am Freitagabend gegen den Dessau-Roßlauer HV. Aber natürlich dürfen wir auch am 15. April in Ferndorf nicht leer ausgehen", macht Trainer Job klar.

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Alexander Mareis