Archiv: Viel Arbeit für Job (SÜDWEST PRESSE)

08.03.2017 - 08:27 - "SÜDWEST Presse"


Viel Arbeit für Job

Der abstiegsbedrohte Handball-Zweitligist TV Neuhausen hat einen neuen Kommandogeber. Am Mittwoch wurde Alexander Job als neuer Coach vorgestellt. Er tritt das Amt mit der Vorgabe an, den TV Neuhausen in der zweiten Bundesliga zu halten. Der Abstand zum rettenden Ufer beträgt derzeit sieben Punkte, es sind allerdings noch 14 Partien zu absolvieren.

"Er nimmt den Kampf auf", sagt TVN-Geschäftsführer Martin Müller. Eine durchaus passende Formulierung, denn wenn der TV Neuhausen noch den Klassenerhalt schaffen will, dann ist es ein erbitterter und harter Kampf. "Das Team hat den klaren Auftrag durchzustarten", verdeutlicht Müller. Auf dem Gaspedal steht Alexander Job. Das Angebot an potenziellen Stevic-Nachfolgern war nicht groß. Beim TVN hat man die bestmögliche Wahl getroffen - der Rest muss nun auf dem Platz erledigt werden. "Alex war greifbar und er hat vor allem die Qualitäten, es schaffen zu können", so Martin Müller.

Nach dem überraschenden Rücktritt von Aleksandar Stevic vergangene Woche, musste unterm Hofbühl eine schnelle Lösung her. Alarmierend ist die Situation schon seit längerem, den Tiefpunkt hat man (hoffentlich) seit dem 23:35-Debakel vergangene Woche beim Tabellennachbarn Hamm hinter sich. Der vorletzte Platz, sieben Punkte weg vom Nichtabstieg, 14 Partien stehen noch aus. Da hat Job mit seinem neuen Team ein ganz dickes Brett zu bohren.

"Es ist eine extrem reizvolle Aufgabe für einen Trainer", sagt Alexander Job. Die erachtet er freilich als "immens schwierig". Zum Schritt bewogen hat ihn letztlich folgendes: "Das Team hat viel Talent, wurde vom Verletzungspech arg gebeutelt. Wichtige Spieler kommen zurück, die Kadersituation bessert sich." Für Job, der ein volles Lehrer-Deputat hat, ist der Aufwand in den nächsten Monaten enorm. "Letztlich hat mich überzeugt, wie sehr der Verein sich im mich bemüht hat", sagt der 40-jährige A-Lizenz-Inhaber.

Versprechen und Garantien gibt der Coach nicht ab. "Ich werde aber alles dransetzen, dass der TVN drinbleibt." Das werden vor allem die Spieler zu spüren bekommen.

Priorität hat zunächst das Kennenlernen. Viel Zeit kann man sich damit nicht lassen. Am Samstag steht die Partie gegen Rimpar an. "Wer mich kennt weiß, dass ich auf eine akribische Vorbereitung Wert lege", so Job, der ganz schnell die richtige Taktik ausarbeiten muss. Drei intensive Einheiten bleiben bis zum Spiel. Das Problem in den vergangenen Wochen sei der richtige Umgang mit Fehlern gewesen. Das soll sich schleunigst ändern - wobei Job dafür Sorge tragen will, dass sich deren Anzahl drastisch reduziert.

Mit Schlüsselerlebnissen, auch im Training, soll Selbstvertrauen aufgebaut werden. Erfolgserlebnisse in Spielen sind natürlich weitaus wertvoller. Egal aber, wie das Engagement endet: Zum Saisonende ist Schluss. Dann kümmert sich Job um die SG H2Ku Herrenberg in der Baden-Württemberg-Oberliga. Daran ist nicht zu rütteln.

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Wolfgang Seitz